Sonntag, 13. Januar 2013


Was spricht für die Globalisierung?



Für die Globalisierung spricht vor Allem, dass sie schon da ist. Sie wird gelebt, von jeder Nation auf Ihre Art und Weise. Bewegende Gedanken, Geld und Warenströme umspannen die Erde. Technologien und Wissen erreichen den letzten Winkel des Planeten. Alle profitieren in dem Maße davon, in dem sie Anschluss an diese Transferautobahnen finden und diese auch in allen Richtungen befahrbar sind und bleiben. Globalisierung kann Menschen, Regionen, Nationen mit neuen Impulsen zu Fortschritt und wirtschaftlichen Erfolgen verhelfen. Sie weitet den Blick auf Chancen und Möglichkeiten im Hier und Jetzt und in der Zukunft. Durch das gewobene Netz der internationalen Beziehungen und die enge Verknüpfung der wirtschaftenden Nationen sollte es möglich sein, dauerhaft, friedlich und erfolgreich zu kooperieren. Volle Konzentration auf die Lösung wirtschaftlicher und sozialer Fragen im überregionalen Kontext betrachtet und die gemeinsame Lösungssuche, für die überall gleichen, nur mehr oder minder ausgeprägten Probleme, ist das beste Mittel der Verständigung.

Man könnte die Globalisierung auch als Antwort auf alle nationalistischen Versuche werten. Letztendlich ist es dies auch.  Die Marktmechanismen wirken Global genauso wie innerhalb eines Landes. Aufgrund des Volumens der beteiligten Märkte und entsprechend der vorhandenen Kommunikationsstrukturen eher etwas träge. Bei genauerer Betrachtung ist zu erkennen, dass teilnehmende Nationen Ihre Globalisierungsstränge auch zügig verlegen können und damit auf einmal ausgemachte Veränderungen in der Welt reagieren. Als Beispiel braucht man nur China und Indien zu nennen, in denen etliche Globalisierungsstränge zusammenfließen.

Wissenstransfer spielt eine übergeordnete Rolle in diesem Spiel der Kräfte. Das Sprichwort „Wissen ist Macht“ ist hier wohl wörtlich zu nehmen. Wer die Gegebenheiten in allen Regionen der Welt betrachtet und für sich zu nutzen versteht, gewinnt schnell an Macht und damit Einfluss auf das zukünftige Geschehen im positiven wie auch im negativen Sinne.

Die Globalisierung bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten in Bezug auf die Unterstützung der teilnehmenden Partner. Viele Teilen sich die anfallenden Kosten oder Aufgaben untereinander auf. Die Last des Einzelnen wird reduziert. Durch diese Machtballung und Entfaltung sollten sich gewollte, positive Entwicklungen schneller einstellen. Ergebniskontrollen sind in jedem Fall unabdingbar.

Alle können teilnehmen, jeder kann sich anbieten und hat auch etwas zu bieten. Auf diesem Planeten wird alles und jeder gebraucht, irgendwo und irgendwann von irgendwem.  

Wenn Globalisierung von allen Beteiligten als das gesehen wird, was sie ist, die Chance positive Entwicklungen unter Auslassung aller schon von anderen begangenen Fehler herbeizuführen, ist der Welt schon geholfen.

All dies setzt ein faires Miteinander voraus. Dafür sein, gemeinsam und immer zum Wohle  aller Beteiligten.

Die Teilnehmer der Globalisierung zu übervorteilen oder in Ihrer Entwicklung zu hemmen führt langfristig nur zu einem wirtschaftlichen Stillstand. Extrem vernachlässigte Regionen hingegen zu fördern,  immer unter dem Gesichtspunkt der Durchführbarkeit, kann neue Märkte und damit Möglichkeiten für alle entstehen lassen. Afrika, Südeuropa und Südamerika sind solche vernachlässigte Regionen. Für Industrieländer als Lieferanten von Bodenschätzen durchaus geschätzt, wurden die gesamtwirtschaftlichen Strukturen nur begrenzt an die, der entwickelten Welt angepasst. Haben wir Ihnen genügend Wissen vermittelt? Wollten wir Ihnen Wissen vermitteln? Haben wir nicht vielmehr auf diesen Kontinenten und in diesen Regionen Geschäfte mit Einzelpersonen gemacht, welche das Recht für sich in Anspruch nahmen, Besitzer all der wichtigen Naturgüter zu sein? In Folge dieses Verhaltens veränderten und entwickelten sich garantiert diese Einzelpersonen und deren Clans, aber die Regionen um sie herum entwickelten sich kaum. Die Bildung starker, sich selbst regenerierender Märkte wurde unterdrückt.

Wir haben uns nicht um die Menschen gekümmert, deren Bildung, deren Lebensumstände, deren Wünsche. Wir kannten sie nicht einmal. Es waren nur die gesichtslosen, fleißigen und doch uninteressanten Werkzeuge der jeweils herrschenden und mit der westlichen Welt in Kontakt stehenden Klasse.

Für einen Neuanfang ist es nie zu spät. Heute, dank Film, Fernsehen, Internet und Rundfunk kennen wir alle Völker auf der Erde und sie kennen uns. Wir kennen Ihre Lebensumstände, ihre Arbeitsmöglichkeiten und Ihren Bildungsdrang. Nichts ist uns unbekannt und doch, interessiert es uns mehr als vor Jahren, als Informationen noch nicht auf Knopfdruck zu haben waren? Tuen wir wirklich mehr für sie und damit für uns?


Die Risiken der Globalisierung



Das größte Risiko besteht wohl darin, einfach mal den Überblick zu verlieren. Wie viel fließt an Wissen, technischen Fortschritt, Menschen und Geld ins Land und wie viel hinaus? Wie viele ertragreiche Firmenübernahmen der eigenen Nation im Ausland stehen übernahmen durch Globalisierungsteilnehmer im Inland gegenüber? Wie viel von den Erträgen wird in den Gastländern reinvestiert und wie viel fließt in die nationalen Firmenstammsitze ab? Welche Ziele verfolgen die teilnehmenden Nationen? Basiert das ganze Prozedere auf partnerschaftlichen Verträgen und Zielen oder doch nur auf dem einspurigen Gleis der Vorteilsnahme?

Seit 1989 hat sich die Geschwindigkeit der Globalisierung sichtbar erhöht. Übernahmeschlachten großer Unternehmen stehen auf der Tagesordnung und nicht immer sind für Außenstehende die Absichten der handelnden Personen und Unternehmen klar zu erkennen. Nur die Folgen sind im Anschluss zu spüren. Auswirkungen, welche die Mitarbeiter direkt betreffen und solche, die sich auf Regionen und Nationen beziehen können. Ob die Entwicklungen nach erfolgten Übernahmen positiv oder negativ zu bewerten sind, kann man  mit den oben beschriebenen Fragen für jeden Einzelfall beantworten. Allerdings nur, wenn ein vollständiger Einblick in die Unternehmensstrukturen erhalten bleibt.

Die Befürchtung liegt nahe, dass es sich in den meisten Fällen um Übernahmen handelt, die Konkurrenten vom Weltmarkt verdrängen oder ausschließen sollen und das Vermögen der Stammnationen mehren sollen.  Warum sollte es auch anders sein. Firmenlenker sind Machtmenschen. Sie handeln instinktiv. Sie sind dem Gesetz des Geldes verpflichtet. Mehre es, koste es, was es wolle. Schalte Konkurrenten aus, um die Märkte zu beherrschen. Dies führt zu immer effizienteren Großunternehmen in geringerer Anzahl mit nach oben beschränkten Personalzahlen. Dies wiederum führt zu einem Stau der nachrückenden, ausgebildeten Studenten. Weniger Unternehmen mit weniger Personal und geringer Fluktuation in den gehobenen Ebenen lassen auch weniger Chancen für Neueinsteiger entstehen. Großunternehmen decken fast alle Bereiche der Wirtschaft ab. Sie können auf  Grund Ihrer Größe und finanziellen Ausstattung, sowie Kraft Ihrer Marktbeherrschung Leistungen entweder ausgesprochen günstig anbieten oder entsprechend teuer.

Egal ob billig oder teuer, das Nachsehen haben dann mittelständische und kleine Unternehmen. Sie verlieren Ihre Flexibilität und geraten immer Stärker unter Kostendruck. Dies führt in den nichtstaatlichen Sektoren zu einem ständigen Lohnrückgang für immer mehr Arbeitskräfte. Der damit verbundene schleichende Kaufkraftverlust wirkt sich dann zusätzlich auf die Binnenmärkte aus.

Die unangepassten und unterentwickelten Märkte und die damit verbundenen weltweiten Lohnunterschiede, welche sich am Anfang der Globalisierung als Gewinntreiber für Globalplayer erwiesen, zwingen die sogenannten entwickelten Staaten nun zu dem Versuch, Ihre Lohnstrukturen an den globalen Markt anzupassen. Dies geht sichtbar für die Masse immer in dieselbe Richtung- nach unten. Ist das unser Schicksal?

Durch die Erziehung der Menschen zu Einzelkämpfern im Überlebenskampf innerhalb dieses Systems sind andere Ergebnisse nicht zu erwarten. Wer nicht für dieses System ist, der ist dagegen. Fragen und Anregungen unerwünscht?

Offenheit und Transparenz, die Liebe zum Leben und die Achtung des Menschen an sich, können einen Kreislauf durchbrechen, der im Nichts endet. Je mehr Entscheider mitmachen, desto besser.

Die in allen Bereichen des Lebens fortschreitende Globalisierung ist nicht aufzuhalten. Aber die Teilnehmer sollten sich des Öfteren Fragen zum Ablauf und den sich daraus ergebenen Resultaten stellen, um sicher zu gehen, auf dem richtigen, nämlich dem Pfad des positiven Fortschritts für alle Bewohner dieses Planeten zu sein.

Länder, die heute noch zu den Gewinnern der Globalisierung gehören und ohne Rücksicht auf Verluste Ihren Handelspartnern Wissen und finanzielle Mittel auf unehrenhafte Weise entziehen, vernichten damit Ihre Handelspartner von Morgen und Übermorgen und damit ihre eigene Zukunft.

 Das übergeordnete Ziel aller Aktivitäten muss es sein, einen nie zur Ruhe kommenden Fluss der Waren (materieller, geistiger Art) und des Geldes zu erschaffen. Dies ist nur schwer zu gewährleisten, wenn immer weniger Teilnehmer am Markt über immer mehr Anteile der finanziellen Mittel verfügen. Für diese kleine Schicht von Menschen, sind die Probleme der Welt und der Märkte nicht erkennbar. Sie werden auch nichts mehr abgeben können und damit auch nicht mehr auf die kommenden Ereignisse entscheidend einwirken können.

Sie müssen weiter wachsen und ihren Reichtum mehren. Sie werden weitere Unternehmen übernehmen und damit die Märkte zum Erliegen bringen. Sie werden weiterhin Wissen stehlen um sich am Markt Vorteile zu sichern, damit aber sich selbst schaden. Und sie werden weiterhin versuchen, ihr Wissen für sich zu behalten und damit rein gar nichts erreichen.

Oder wird sich alles zum Guten wenden? Die Chancen stehen 1:1, alles ist möglich.

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