Was spricht für die Globalisierung?
Für die Globalisierung spricht vor Allem, dass sie
schon da ist. Sie wird gelebt, von jeder Nation auf Ihre Art und Weise.
Bewegende Gedanken, Geld und Warenströme umspannen die Erde. Technologien und
Wissen erreichen den letzten Winkel des Planeten. Alle profitieren in dem Maße
davon, in dem sie Anschluss an diese Transferautobahnen finden und diese auch
in allen Richtungen befahrbar sind und bleiben. Globalisierung kann Menschen,
Regionen, Nationen mit neuen Impulsen zu Fortschritt und wirtschaftlichen
Erfolgen verhelfen. Sie weitet den Blick auf Chancen und Möglichkeiten im Hier
und Jetzt und in der Zukunft. Durch das gewobene Netz der internationalen
Beziehungen und die enge Verknüpfung der wirtschaftenden Nationen sollte es
möglich sein, dauerhaft, friedlich und erfolgreich zu kooperieren. Volle
Konzentration auf die Lösung wirtschaftlicher und sozialer Fragen im
überregionalen Kontext betrachtet und die gemeinsame Lösungssuche, für die
überall gleichen, nur mehr oder minder ausgeprägten Probleme, ist das beste
Mittel der Verständigung.
Man könnte die Globalisierung auch als Antwort auf
alle nationalistischen Versuche werten. Letztendlich ist es dies auch. Die Marktmechanismen wirken Global genauso
wie innerhalb eines Landes. Aufgrund des Volumens der beteiligten Märkte und
entsprechend der vorhandenen Kommunikationsstrukturen eher etwas träge. Bei
genauerer Betrachtung ist zu erkennen, dass teilnehmende Nationen Ihre
Globalisierungsstränge auch zügig verlegen können und damit auf einmal
ausgemachte Veränderungen in der Welt reagieren. Als Beispiel braucht man nur
China und Indien zu nennen, in denen etliche Globalisierungsstränge
zusammenfließen.
Wissenstransfer spielt eine übergeordnete Rolle in
diesem Spiel der Kräfte. Das Sprichwort „Wissen ist Macht“ ist hier wohl
wörtlich zu nehmen. Wer die Gegebenheiten in allen Regionen der Welt betrachtet
und für sich zu nutzen versteht, gewinnt schnell an Macht und damit Einfluss
auf das zukünftige Geschehen im positiven wie auch im negativen Sinne.
Die Globalisierung bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten
in Bezug auf die Unterstützung der teilnehmenden Partner. Viele Teilen sich die
anfallenden Kosten oder Aufgaben untereinander auf. Die Last des Einzelnen wird
reduziert. Durch diese Machtballung und Entfaltung sollten sich gewollte, positive
Entwicklungen schneller einstellen. Ergebniskontrollen sind in jedem Fall
unabdingbar.
Alle können teilnehmen, jeder kann sich anbieten und
hat auch etwas zu bieten. Auf diesem Planeten wird alles und jeder gebraucht,
irgendwo und irgendwann von irgendwem.
Wenn Globalisierung von allen Beteiligten als das
gesehen wird, was sie ist, die Chance positive Entwicklungen unter Auslassung
aller schon von anderen begangenen Fehler herbeizuführen, ist der Welt schon
geholfen.
All dies setzt ein faires Miteinander voraus. Dafür
sein, gemeinsam und immer zum Wohle
aller Beteiligten.
Die Teilnehmer der Globalisierung zu übervorteilen
oder in Ihrer Entwicklung zu hemmen führt langfristig nur zu einem
wirtschaftlichen Stillstand. Extrem vernachlässigte Regionen hingegen zu
fördern, immer unter dem Gesichtspunkt
der Durchführbarkeit, kann neue Märkte und damit Möglichkeiten für alle
entstehen lassen. Afrika, Südeuropa und Südamerika sind solche vernachlässigte
Regionen. Für Industrieländer als Lieferanten von Bodenschätzen durchaus
geschätzt, wurden die gesamtwirtschaftlichen Strukturen nur begrenzt an die,
der entwickelten Welt angepasst. Haben wir Ihnen genügend Wissen vermittelt?
Wollten wir Ihnen Wissen vermitteln? Haben wir nicht vielmehr auf diesen
Kontinenten und in diesen Regionen Geschäfte mit Einzelpersonen gemacht, welche
das Recht für sich in Anspruch nahmen, Besitzer all der wichtigen Naturgüter zu
sein? In Folge dieses Verhaltens veränderten und entwickelten sich garantiert
diese Einzelpersonen und deren Clans, aber die Regionen um sie herum
entwickelten sich kaum. Die Bildung starker, sich selbst regenerierender Märkte
wurde unterdrückt.
Wir haben uns nicht um die Menschen gekümmert, deren
Bildung, deren Lebensumstände, deren Wünsche. Wir kannten sie nicht einmal. Es
waren nur die gesichtslosen, fleißigen und doch uninteressanten Werkzeuge der
jeweils herrschenden und mit der westlichen Welt in Kontakt stehenden Klasse.
Für einen Neuanfang ist es nie zu spät. Heute, dank
Film, Fernsehen, Internet und Rundfunk kennen wir alle Völker auf der Erde und
sie kennen uns. Wir kennen Ihre Lebensumstände, ihre Arbeitsmöglichkeiten und
Ihren Bildungsdrang. Nichts ist uns unbekannt und doch, interessiert es uns
mehr als vor Jahren, als Informationen noch nicht auf Knopfdruck zu haben
waren? Tuen wir wirklich mehr für sie und damit für uns?
Die Risiken der Globalisierung
Das größte Risiko besteht wohl darin, einfach mal
den Überblick zu verlieren. Wie viel fließt an Wissen, technischen Fortschritt,
Menschen und Geld ins Land und wie viel hinaus? Wie viele ertragreiche
Firmenübernahmen der eigenen Nation im Ausland stehen übernahmen durch
Globalisierungsteilnehmer im Inland gegenüber? Wie viel von den Erträgen wird
in den Gastländern reinvestiert und wie viel fließt in die nationalen
Firmenstammsitze ab? Welche Ziele verfolgen die teilnehmenden Nationen? Basiert
das ganze Prozedere auf partnerschaftlichen Verträgen und Zielen oder doch nur
auf dem einspurigen Gleis der Vorteilsnahme?
Seit 1989 hat sich die Geschwindigkeit der
Globalisierung sichtbar erhöht. Übernahmeschlachten großer Unternehmen stehen
auf der Tagesordnung und nicht immer sind für Außenstehende die Absichten der
handelnden Personen und Unternehmen klar zu erkennen. Nur die Folgen sind im
Anschluss zu spüren. Auswirkungen, welche die Mitarbeiter direkt betreffen und
solche, die sich auf Regionen und Nationen beziehen können. Ob die
Entwicklungen nach erfolgten Übernahmen positiv oder negativ zu bewerten sind,
kann man mit den oben beschriebenen
Fragen für jeden Einzelfall beantworten. Allerdings nur, wenn ein vollständiger
Einblick in die Unternehmensstrukturen erhalten bleibt.
Die Befürchtung liegt nahe, dass es sich in den
meisten Fällen um Übernahmen handelt, die Konkurrenten vom Weltmarkt verdrängen
oder ausschließen sollen und das Vermögen der Stammnationen mehren sollen. Warum sollte es auch anders sein.
Firmenlenker sind Machtmenschen. Sie handeln instinktiv. Sie sind dem Gesetz
des Geldes verpflichtet. Mehre es, koste es, was es wolle. Schalte Konkurrenten
aus, um die Märkte zu beherrschen. Dies führt zu immer effizienteren
Großunternehmen in geringerer Anzahl mit nach oben beschränkten Personalzahlen.
Dies wiederum führt zu einem Stau der nachrückenden, ausgebildeten Studenten.
Weniger Unternehmen mit weniger Personal und geringer Fluktuation in den
gehobenen Ebenen lassen auch weniger Chancen für Neueinsteiger entstehen. Großunternehmen
decken fast alle Bereiche der Wirtschaft ab. Sie können auf Grund Ihrer Größe und finanziellen
Ausstattung, sowie Kraft Ihrer Marktbeherrschung Leistungen entweder
ausgesprochen günstig anbieten oder entsprechend teuer.
Egal ob billig oder teuer, das Nachsehen haben dann
mittelständische und kleine Unternehmen. Sie verlieren Ihre Flexibilität und
geraten immer Stärker unter Kostendruck. Dies führt in den nichtstaatlichen
Sektoren zu einem ständigen Lohnrückgang für immer mehr Arbeitskräfte. Der
damit verbundene schleichende Kaufkraftverlust wirkt sich dann zusätzlich auf
die Binnenmärkte aus.
Die unangepassten und unterentwickelten Märkte und
die damit verbundenen weltweiten Lohnunterschiede, welche sich am Anfang der
Globalisierung als Gewinntreiber für Globalplayer erwiesen, zwingen die
sogenannten entwickelten Staaten nun zu dem Versuch, Ihre Lohnstrukturen an den
globalen Markt anzupassen. Dies geht sichtbar für die Masse immer in dieselbe
Richtung- nach unten. Ist das unser Schicksal?
Durch die Erziehung der Menschen zu Einzelkämpfern
im Überlebenskampf innerhalb dieses Systems sind andere Ergebnisse nicht zu
erwarten. Wer nicht für dieses System ist, der ist dagegen. Fragen und
Anregungen unerwünscht?
Offenheit und Transparenz, die Liebe zum Leben und
die Achtung des Menschen an sich, können einen Kreislauf durchbrechen, der im
Nichts endet. Je mehr Entscheider mitmachen, desto besser.
Die in allen Bereichen des Lebens fortschreitende
Globalisierung ist nicht aufzuhalten. Aber die Teilnehmer sollten sich des
Öfteren Fragen zum Ablauf und den sich daraus ergebenen Resultaten stellen, um
sicher zu gehen, auf dem richtigen, nämlich dem Pfad des positiven Fortschritts
für alle Bewohner dieses Planeten zu sein.
Länder, die heute noch
zu den Gewinnern der Globalisierung gehören und ohne Rücksicht auf Verluste
Ihren Handelspartnern Wissen und finanzielle Mittel auf unehrenhafte Weise
entziehen, vernichten damit Ihre Handelspartner von Morgen und Übermorgen und
damit ihre eigene Zukunft.
Das
übergeordnete Ziel aller Aktivitäten muss es sein, einen nie zur Ruhe kommenden
Fluss der Waren (materieller, geistiger Art) und des Geldes zu erschaffen. Dies
ist nur schwer zu gewährleisten, wenn immer weniger Teilnehmer am Markt über
immer mehr Anteile der finanziellen Mittel verfügen. Für diese kleine Schicht
von Menschen, sind die Probleme der Welt und der Märkte nicht erkennbar. Sie
werden auch nichts mehr abgeben können und damit auch nicht mehr auf die
kommenden Ereignisse entscheidend einwirken können.
Sie müssen weiter wachsen und ihren Reichtum mehren.
Sie werden weitere Unternehmen übernehmen und damit die Märkte zum Erliegen
bringen. Sie werden weiterhin Wissen stehlen um sich am Markt Vorteile zu
sichern, damit aber sich selbst schaden. Und sie werden weiterhin versuchen,
ihr Wissen für sich zu behalten und damit rein gar nichts erreichen.
Oder wird sich alles zum Guten wenden? Die Chancen
stehen 1:1, alles ist möglich.
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