Montag, 14. Januar 2013

Der Euro und seine Bedeutung


Der Euro und seine Bedeutung



Das Jahr 2010 war wohl nicht das glücklichste für die Gemeinschaftswährung der Europäischen Union. Von einer weltweiten Wirtschaftskrise, welche Deutschland aufgrund einer gesunden Basis gut überstand, begab man sich ohne Umwege in die Eurokrise. Wieder steht Deutschland gut da. Es hat noch Geld und kann dieses an Länder verteilen, denen das Wasser bis zum Hals steht. Darüber entbrennt nun der innerdeutsche, parteienübergreifende Streit. Wie in einer Demokratie vorhersehbar, gibt es reichliche Meinungsäußerungen zu diesem Thema. Vom infrage stellen der Währung bis hin zur Einführung verschiedener Euro Regionen (Nord-Euro/ Süd-Euro). Die Finanzielle Unterstützung von Ländern wie Griechenland und Irland wird entweder begrüßt oder abgelehnt. Die Angst geht um, dass auch weitere EU Länder in Geldnot geraten und am Ende Deutschland mit in die Tiefe reißen. Unsere Bürger werden durch viele Medienberichte ausführlich mit diesen Meinungen konfrontiert und verunsichert. Da das Vertrauen in die Politik und deren Fähigkeit, Kontrolle über die wirtschaftlichen Abläufe zu erringen zusehend schwindet, im Gegenteil eher der Verdacht entsteht, dass alleine die Wirtschaft der Politik die Maßnahmen diktiert, ist dieses Auseinandertreiben der Ansichten nur allzu verständlich. Ist es auch Hilfreich? Sicher nicht. Es ist ja nicht der Euro, der die Volkswirtschaften belastet. Es ist die Art und Weise, wie die einzelnen Staaten mit ihm umgehen. Worin investieren wir, welche industrielle Basis ist vorhanden, was wird für den globalen Markt produziert, erkennen die Marktteilnehmer frühzeitig neue Trends und Chancen sowie Handlungsschwerpunkte. Wer kontrolliert die Geldflüsse, wird überhaupt kontrolliert, sind die länderübergreifenden Abstimmungsmethoden ausreichend und basieren auf ehrlichen Fakten? Die Art und Bezeichnung der Währung spielt nur eine untergeordnete Rolle. Ihr Ansehen wird durch die öffentliche Kommunikation beeinflusst, ist aber nur bedingt für den Warenfluss innerhalb der europäischen Union und einzelner Länder verantwortlich. Der Mensch hat auch schon Muscheln, Steine und andere Dinge als Zahlungsmittel akzeptiert. Dass ein schwacher Dollar den Export nach Übersee einschränken kann ist unbestritten. Ich setze einfach mal voraus, dass dieses Problem nicht auftritt. Wenn Staaten heute ihre finanziellen Ressourcen aufgebraucht haben, muss es sich um einen Mangel von Kontrollen und vernünftigen Absprachen auch über die Grenzen hinweg handeln. Gäbe es heute noch die D-Mark, wäre Deutschland trotzdem gezwungen stützende Rettungsmaßnahmen in Europa zu ergreifen. Die Beträge wären nur etwas höher der Wert aber identisch. Es geht um den Erhalt, den Auf- und Ausbau und die Neuentwicklung von Märkten, damit der Geld- und Warenfluss, beides die Grundlagen des Kapitalismus nicht zum Stillstand kommen. Dies sollten die Hauptziele von Politik und Wirtschaft sein. Im Gegensatz zum Klimakreislauf der Erde, dessen Stillstand vorhersehbar und unvermeidlich ist, da auf Naturgesetzen beruhend, kann der Mensch die Abläufe in seiner gerade aktuell praktizierten Gesellschaftsform  sehr zielgerichtet beeinflussen. Natürlich kann er auch die Geschwindigkeit der Klimaerwärmung beschleunigen oder verlangsamen. Aber an den natürlichen Vorgängen des Blauen Planeten wird er nicht viel ändern können und eher als Zuschauer fungieren. Wir sollten uns noch mehr Gedanken machen, wie wir uns diese natürlichen Abläufe zunutze machen können. Ein gutes Beispiel dafür sind Gezeitenkraftwerke, deren Energieerzeugung auf der Basis von Ebbe und Flut beruht. Es geht also. Es gehört eine Menge Mut dazu, neue Wege in der Wirtschaft zu beschreiten. Die Entwicklungen innerhalb der letzten 200 Jahre sind schon beeindruckend. Eine industrielle Revolution führte zur nächsten. Dampfmaschinen ermöglichten Eisenbahnen, die Elektrifizierung hob die Menschheit vollständig in das Zeitalter der Industrialisierung. Der Wohlstand wuchs, mit ihm aber auch die Ansprüche. Trat Stillstand im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wachstum ein, sah die Lösung bis 1939 recht einfach aus. Krieg. Seit 1945 befindet sich Europa in einem stabilen Frieden. Selbst das Ende des kommunistischen Systems und da besonders erwähnt die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten 1989 verlief friedlich. Es handelte sich dabei um Revolutionen innerhalb des Systems. Diese Gesellschaften, welche die Planwirtschaft als Grundlage jeglichen wirtschaftlichen Handelns ansahen, ignorierten oder unterdrückten alle Warnhinweise und scheiterten letztendlich am fehlenden Geld. Die Idee war bestimmt gut. Die Wirtschaft ist für den Menschen da und nicht der Mensch für die Wirtschaft. Die Ausführung war mangelhaft. Auch die sozialistischen Staaten waren vom Geld abhängig, von Märkten und vom Fließen der Güter. Den Markt beugen und sich untertan machen funktioniert also nur eine begrenzte Zeit, ihn anzustoßen in Richtung Erneuerung hingegen ist sogar notwendig. Innovationen nicht zuzulassen und technischen Fortschritt  zu behindern anstatt zu fördern stellten weitere Fehler dieses Systems dar. Einen kurzzeitigen Mangel in der Konsumgüterproduktion, um dadurch Ressourcen für die Ankurbelung des technisch-industriellen Fortschritts zu erhalten und in einem überschaubaren Zeitraum daraus Gewinne zu ziehen, die es ermöglichen, sich wieder der Befriedigung aller Bedürfnisse  zuzuwenden, hätte man wohl erklären und das Volk verschmerzen können. Nichts geschah, kein Fehler wurde eingestanden, kein neuer Weg eingeschlagen. Es sind immer die Bürger, die Fehlentwicklungen als erstes zu spüren bekommen. Der herrschenden Klasse ist ein objektiver Einblick in Entwicklungen und Problemstellungen aufgrund fehlender eigener Erfahrung und Abschottung von der Wirklichkeit des Lebens oftmals nicht gegeben. Einzelner Beweise bedarf es hier nicht. Die Geschichtsbücher sind voll von untergegangenen Staaten, Zivilisationen und auch Arten, denen vor allem eines fehlte, die Anpassungsfähigkeit an Veränderungen. Bis auf weiteres gelten die Rahmenbedingungen des Kapitalismus. Alternativvorschläge sind mir noch nicht zu Ohren gekommen. Diese Form des Wirtschaftens bietet eine Fülle von Möglichkeiten. Man muss sie erkennen und dann natürlich nutzen. Schaut man sich die Welt aus dem Weltraum an, erkennt man, wie klein und zerbrechlich sie eigentlich ist. Grenzen verschwinden, alles strahlt  in freundlichem blau. Dafür war wohl auch der Euro Gedacht. Grenzen in den Köpfen verschwinden zu lassen und für einfachere, grenzüberschreitende Verständigung und Zusammenarbeit zu sorgen. Dieser Nutzen sollte kommunikativ in den Vordergrund rücken und auch von allen als Hauptzweck gesehen werden. Dann vergessen die Menschen auch eher ihre alte Währung und schauen wieder optimistischer in die Zukunft. Es geht auch nicht nur um den Vertrauensverlust der Menschen in eine Währung, vielmehr wird mit solchen Diskussionen ein ganzes gesellschaftliches System in Frage gestellt. Und dies in einem Augenblick, wo Alternativen nicht vorhanden oder vollständig durchdacht sind.

Was würde ein Währungswechsel bewirken? Weltweite Komplikationen, einen weltweiten Verlust des Vertrauens in die Leistungskraft und politische Stabilität Europas. Und sonst noch was? Klar, eine unglaublich große Menge guten Geldes müsste von allen Staaten aufgewandt werden, nur um das Gesicht Ihrer Währung zu verändern ohne damit auch nur einen Schritt in Richtung der Lösung ihrer wirtschaftlichen Grundprobleme zu tun. Ich nenne das Verschwendung. Dies sind noch die harmlosesten Folgen. Deutschland als „Erfinder und Profiteur“ des Euros könnte in den nicht unbegründeten Verdacht geraten, mit Hilfe der Gemeinschaftswährung Kontrolle über andere Staaten zu erhalten und für deren finanzielle Schieflage mit Verantwortung zu tragen. Selbst wenn es nicht so wäre und nur der Wunsch auf ein friedliches, vereintes Europa bestünde, wäre es eine kommunikative Herausforderung, die ihresgleichen sucht. Wie reagieren die anderen Staaten darauf? Diese Frage beantwortet sich dann. Fakt ist, fehlende Voraussicht, übersprudelnder Enthusiasmus und falsche Kommunikation in Bezug auf den Euro können seine Entwickler nun in die Isolation führen. Oder sind Sie schon isoliert? Seit 1989 steigt das Misstrauen gegenüber Deutschland, davon kann man ausgehen. Mit der Eurokrise dürfte dies in einigen Ländern noch einen Höhepunkt erlebt haben. Ich stelle mir einen britischen Berater vor, geprägt von den politischen Ansichten einer Margaret T. Alles bewahrheitet sich. Es wird einfach, dagegen zu sein. Eine fortschrittliche Lösung sieht anders aus. Sollte der Euro bestehen bleiben kann ich als positives Ergebnis schon mal versprechen, all die negativen Punkte seiner Beseitigung werden nicht eintreten. Alle können sich mit den tatsächlichen Problemen auseinandersetzen und die Welt retten.

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