Der Euro und seine Bedeutung
Das Jahr 2010 war wohl nicht das glücklichste für
die Gemeinschaftswährung der Europäischen Union. Von einer weltweiten
Wirtschaftskrise, welche Deutschland aufgrund einer gesunden Basis gut
überstand, begab man sich ohne Umwege in die Eurokrise. Wieder steht
Deutschland gut da. Es hat noch Geld und kann dieses an Länder verteilen, denen
das Wasser bis zum Hals steht. Darüber entbrennt nun der innerdeutsche,
parteienübergreifende Streit. Wie in einer Demokratie vorhersehbar, gibt es
reichliche Meinungsäußerungen zu diesem Thema. Vom infrage stellen der Währung
bis hin zur Einführung verschiedener Euro Regionen (Nord-Euro/ Süd-Euro). Die
Finanzielle Unterstützung von Ländern wie Griechenland und Irland wird entweder
begrüßt oder abgelehnt. Die Angst geht um, dass auch weitere EU Länder in
Geldnot geraten und am Ende Deutschland mit in die Tiefe reißen. Unsere Bürger
werden durch viele Medienberichte ausführlich mit diesen Meinungen konfrontiert
und verunsichert. Da das Vertrauen in die Politik und deren Fähigkeit,
Kontrolle über die wirtschaftlichen Abläufe zu erringen zusehend schwindet, im
Gegenteil eher der Verdacht entsteht, dass alleine die Wirtschaft der Politik
die Maßnahmen diktiert, ist dieses Auseinandertreiben der Ansichten nur allzu
verständlich. Ist es auch Hilfreich? Sicher nicht. Es ist ja nicht der Euro,
der die Volkswirtschaften belastet. Es ist die Art und Weise, wie die einzelnen
Staaten mit ihm umgehen. Worin investieren wir, welche industrielle Basis ist
vorhanden, was wird für den globalen Markt produziert, erkennen die
Marktteilnehmer frühzeitig neue Trends und Chancen sowie Handlungsschwerpunkte.
Wer kontrolliert die Geldflüsse, wird überhaupt kontrolliert, sind die
länderübergreifenden Abstimmungsmethoden ausreichend und basieren auf ehrlichen
Fakten? Die Art und Bezeichnung der Währung spielt nur eine untergeordnete
Rolle. Ihr Ansehen wird durch die öffentliche Kommunikation beeinflusst, ist
aber nur bedingt für den Warenfluss innerhalb der europäischen Union und
einzelner Länder verantwortlich. Der Mensch hat auch schon Muscheln, Steine und
andere Dinge als Zahlungsmittel akzeptiert. Dass ein schwacher Dollar den
Export nach Übersee einschränken kann ist unbestritten. Ich setze einfach mal
voraus, dass dieses Problem nicht auftritt. Wenn Staaten heute ihre
finanziellen Ressourcen aufgebraucht haben, muss es sich um einen Mangel von
Kontrollen und vernünftigen Absprachen auch über die Grenzen hinweg handeln.
Gäbe es heute noch die D-Mark, wäre Deutschland trotzdem gezwungen stützende
Rettungsmaßnahmen in Europa zu ergreifen. Die Beträge wären nur etwas höher der
Wert aber identisch. Es geht um den Erhalt, den Auf- und Ausbau und die
Neuentwicklung von Märkten, damit der Geld- und Warenfluss, beides die
Grundlagen des Kapitalismus nicht zum Stillstand kommen. Dies sollten die
Hauptziele von Politik und Wirtschaft sein. Im Gegensatz zum Klimakreislauf der
Erde, dessen Stillstand vorhersehbar und unvermeidlich ist, da auf
Naturgesetzen beruhend, kann der Mensch die Abläufe in seiner gerade aktuell
praktizierten Gesellschaftsform sehr
zielgerichtet beeinflussen. Natürlich kann er auch die Geschwindigkeit der
Klimaerwärmung beschleunigen oder verlangsamen. Aber an den natürlichen
Vorgängen des Blauen Planeten wird er nicht viel ändern können und eher als
Zuschauer fungieren. Wir sollten uns noch mehr Gedanken machen, wie wir uns
diese natürlichen Abläufe zunutze machen können. Ein gutes Beispiel dafür sind
Gezeitenkraftwerke, deren Energieerzeugung auf der Basis von Ebbe und Flut
beruht. Es geht also. Es gehört eine Menge Mut dazu, neue Wege in der
Wirtschaft zu beschreiten. Die Entwicklungen innerhalb der letzten 200 Jahre
sind schon beeindruckend. Eine industrielle Revolution führte zur nächsten.
Dampfmaschinen ermöglichten Eisenbahnen, die Elektrifizierung hob die
Menschheit vollständig in das Zeitalter der Industrialisierung. Der Wohlstand
wuchs, mit ihm aber auch die Ansprüche. Trat Stillstand im gesellschaftlichen
und wirtschaftlichen Wachstum ein, sah die Lösung bis 1939 recht einfach aus.
Krieg. Seit 1945 befindet sich Europa in einem stabilen Frieden. Selbst das
Ende des kommunistischen Systems und da besonders erwähnt die Wiedervereinigung
der beiden deutschen Staaten 1989 verlief friedlich. Es handelte sich dabei um
Revolutionen innerhalb des Systems. Diese Gesellschaften, welche die
Planwirtschaft als Grundlage jeglichen wirtschaftlichen Handelns ansahen,
ignorierten oder unterdrückten alle Warnhinweise und scheiterten letztendlich
am fehlenden Geld. Die Idee war bestimmt gut. Die Wirtschaft ist für den
Menschen da und nicht der Mensch für die Wirtschaft. Die Ausführung war
mangelhaft. Auch die sozialistischen Staaten waren vom Geld abhängig, von
Märkten und vom Fließen der Güter. Den Markt beugen und sich untertan machen
funktioniert also nur eine begrenzte Zeit, ihn anzustoßen in Richtung
Erneuerung hingegen ist sogar notwendig. Innovationen nicht zuzulassen und
technischen Fortschritt zu behindern
anstatt zu fördern stellten weitere Fehler dieses Systems dar. Einen
kurzzeitigen Mangel in der Konsumgüterproduktion, um dadurch Ressourcen für die
Ankurbelung des technisch-industriellen Fortschritts zu erhalten und in einem
überschaubaren Zeitraum daraus Gewinne zu ziehen, die es ermöglichen, sich wieder
der Befriedigung aller Bedürfnisse
zuzuwenden, hätte man wohl erklären und das Volk verschmerzen können.
Nichts geschah, kein Fehler wurde eingestanden, kein neuer Weg eingeschlagen.
Es sind immer die Bürger, die Fehlentwicklungen als erstes zu spüren bekommen.
Der herrschenden Klasse ist ein objektiver Einblick in Entwicklungen und
Problemstellungen aufgrund fehlender eigener Erfahrung und Abschottung von der
Wirklichkeit des Lebens oftmals nicht gegeben. Einzelner Beweise bedarf es hier
nicht. Die Geschichtsbücher sind voll von untergegangenen Staaten,
Zivilisationen und auch Arten, denen vor allem eines fehlte, die
Anpassungsfähigkeit an Veränderungen. Bis auf weiteres gelten die
Rahmenbedingungen des Kapitalismus. Alternativvorschläge sind mir noch nicht zu
Ohren gekommen. Diese Form des Wirtschaftens bietet eine Fülle von
Möglichkeiten. Man muss sie erkennen und dann natürlich nutzen. Schaut man sich
die Welt aus dem Weltraum an, erkennt man, wie klein und zerbrechlich sie
eigentlich ist. Grenzen verschwinden, alles strahlt in freundlichem blau. Dafür war wohl auch der
Euro Gedacht. Grenzen in den Köpfen verschwinden zu lassen und für einfachere,
grenzüberschreitende Verständigung und Zusammenarbeit zu sorgen. Dieser Nutzen
sollte kommunikativ in den Vordergrund rücken und auch von allen als Hauptzweck
gesehen werden. Dann vergessen die Menschen auch eher ihre alte Währung und
schauen wieder optimistischer in die Zukunft. Es geht auch nicht nur um den
Vertrauensverlust der Menschen in eine Währung, vielmehr wird mit solchen Diskussionen
ein ganzes gesellschaftliches System in Frage gestellt. Und dies in einem
Augenblick, wo Alternativen nicht vorhanden oder vollständig durchdacht sind.
Was würde ein Währungswechsel bewirken? Weltweite
Komplikationen, einen weltweiten Verlust des Vertrauens in die Leistungskraft
und politische Stabilität Europas. Und sonst noch was? Klar, eine unglaublich
große Menge guten Geldes müsste von allen Staaten aufgewandt werden, nur um das
Gesicht Ihrer Währung zu verändern ohne damit auch nur einen Schritt in
Richtung der Lösung ihrer wirtschaftlichen Grundprobleme zu tun. Ich nenne das
Verschwendung. Dies sind noch die harmlosesten Folgen. Deutschland als „Erfinder
und Profiteur“ des Euros könnte in den nicht unbegründeten Verdacht geraten,
mit Hilfe der Gemeinschaftswährung Kontrolle über andere Staaten zu erhalten
und für deren finanzielle Schieflage mit Verantwortung zu tragen. Selbst wenn
es nicht so wäre und nur der Wunsch auf ein friedliches, vereintes Europa
bestünde, wäre es eine kommunikative Herausforderung, die ihresgleichen sucht.
Wie reagieren die anderen Staaten darauf? Diese Frage beantwortet sich dann.
Fakt ist, fehlende Voraussicht, übersprudelnder Enthusiasmus und falsche
Kommunikation in Bezug auf den Euro können seine Entwickler nun in die
Isolation führen. Oder sind Sie schon isoliert? Seit 1989 steigt das Misstrauen
gegenüber Deutschland, davon kann man ausgehen. Mit der Eurokrise dürfte dies
in einigen Ländern noch einen Höhepunkt erlebt haben. Ich stelle mir einen
britischen Berater vor, geprägt von den politischen Ansichten einer Margaret T. Alles bewahrheitet sich. Es
wird einfach, dagegen zu sein. Eine fortschrittliche Lösung sieht anders aus.
Sollte der Euro bestehen bleiben kann ich als positives Ergebnis schon mal
versprechen, all die negativen Punkte seiner Beseitigung werden nicht
eintreten. Alle können sich mit den tatsächlichen Problemen auseinandersetzen
und die Welt retten.